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„Die Evolution kann nur kleine Schritte machen“

Das Leben auf der Erde erfindet sich ständig neu. Der Biologe Andreas Wagner erforscht, welche Prinzipien dahinter stecken

By Dymytry kasachof (dymytry kasachof) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
von
Frederik Jötten
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Wie ist das Leben einst entstanden? Wieso konnte es eine solche Vielfalt entwickeln? Solche Fragen interessieren wohl fast alle Menschen. Neue Antworten darauf gibt Andreas Wagner, Österreicher mit US-Pass und Professor für Evolutionäre Biologie an der Universität Zürich, in seinem Buch "Arrival of the Fittest - Wie das Neue in die Welt kommt", das kürzlich in deutscher Übersetzung beim Fischer Verlag erschienen ist. Wagners Thesen finden große Beachtung. Welch eine Vielfalt das Leben in Jahrmillionen auf der Erde entwickelt hat, kann man an Fotobeispielen auf dieser Seite sehen. Sie reichen vom Schleimpilz über bizarre Tiefsee-Wesen bis zu hoch komplexen Landtieren und erinnern nicht selten an Aliens.

Herr Professor Wagner, wenn es um den Ursprung des Lebens geht, hört man immer wieder die Frage: Was war zuerst da - die Henne oder das Ei? Wissen Sie es?

Diese Frage ist heute kein Rätsel mehr. Alle Wirbeltiere stammen von Süßwasser-Fischen ab, die ihre Eier als Laich ablegten - ohne Schale. Als sie das Land eroberten, wurde dies aber gefährlich, weil die Embryos leicht vertrocknen konnten. Dagegen waren Wirbeltiere, die Eier mit Schalen legen konnten, unabhängig vom Wasser und konnten neue Lebensräume erobern.

Aber trotzdem stellt sich doch die Frage, ob beim ersten Vogel zunächst das Ei da war - oder das Weibchen, das dieses legte.

Möglicherweise legte ein Vorfahr, der noch kein…

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08.12.2015