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Wirtschaft

Die Chance der Krise

Dieselgate - Mit der millionenfachen Manipulation von Abgaswerten hat Volkswagen einen beispiellosen Skandal verursacht. Nach gut 100 Tagen zeigt sich, welche Konsequenzen für den Konzern entstehen. Eine Zwischenbilanz.

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von
Frank-Thomas Wenzel
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Pkw, die nur auf Prüfständen die vorgeschriebenen Abgaswerte einhalten - das ist der Kern der vermutlich größten Betrugsgeschichte der deutschen Autobranche. Das VW-Management wurde umgebaut. Vorstandschef Martin Winterkorn musste gehen. Die Verantwortlichen setzen auf einen Neuanfang. Die politischen Konsequenzen, die die Bundesregierung aus dem Skandal zieht, sind dagegen eher bescheiden. Ein besserer Schutz vor giftigen Abgasen lässt auf sich warten.

Politik

Eine Kommission gegründet

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Abgasskandals hat Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Untersuchungskommission eingesetzt. Das war’s im Wesentlichen. Bislang ist noch nicht einmal klar, wer der Kommission angehört. Ein Zwischenbericht, der der Berliner Zeitung vorliegt, listet lediglich Bekanntes auf. In dem Papier wird vor allem mit keinem Wort erwähnt, was bei Überprüfungen der Abgaswerte von 50 Autos verschiedener Hersteller durch das Kraftfahrtbundesamt herausgekommen ist. Für Lisa Paus (Grüne) ist klar, dass die Regierung „wegschaut und den Skandal herunterspielt“. Der Hintergrund: Zahlreiche Studien von unabhängigen Organisationen und aktuelle Nachmessungen der Deutschen Umwelthilfe legen die Vermutung sehr nah, dass auch andere Hersteller wie Opel, Renault und Mercedes bei Abgaswerten für Stickoxide von Dieselautos tricksen. Manipulationen könnten ein flächendeckendes Phänomen sein. Jens Hilgenberg,…

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29.12.2015