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Politik

"Die Botschaft ist: Ihr seid hier unerwünscht"

Georg Classen vom Berliner Flüchtlingsrat kritisiert den Umgang der Behörden mit Asylsuchenden

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER
von
Thomas Rogalla
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Politik

Nach immer neuen Skandalen und Kritik an der überlasteten Ausländerbehörde und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales hat der Senat Besserung versprochen: Umorganisation, mehr Personal. Das reiche bei weitem nicht, sagt der Sprecher des Berliner Flüchtlingsrates, Georg Classen. Auch der Geist in den Ämtern müsse sich ändern.

Herr Classen, der Flüchtlingsrat fordert die Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen. Die sind aber für alle knapp geworden. Wie soll das gehen? Muss es ein Wohnungskontingent für Flüchtlinge geben?

Viele Asylsuchende finden trotz des schwierigen Wohnungsmarkts Mietangebote, die den sozialrechtlichen Maßgaben entsprechen. Dann dauert die Prüfung der Kostenübernahme beim Lageso vier bis sechs Wochen. Flüchtlingsfreundliche Vermieter werden verprellt. Wir gehen davon aus, dass dadurch monatlich etwa 50 kostenmäßig angemessene Wohnungsangebote verloren gehen. Die Asylsuchenden bleiben in teuren Sammelunterkünften, für Tagessätze von 20 Euro pro Person und Nacht ohne Verpflegung. Für eine Familie mit drei Kindern sind das 3 000 Euro im Monat. Wohnungen sind menschenwürdiger und preiswerter.

Sie halten wenig von schnell gebauten Containersiedlungen - die aber allemal besser sind als Obdachlosigkeit. Warum?

Die von Mario Czajas Task Force konzipierten Containerlager wurden zur Steilvorlage für rechtsradikale Kräfte. Container signalisieren nach innen und außen…

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29.06.2015