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Politik

„Die Behörden waren nicht gut vorbereitet“

Die Integrationsexperten Nele Allenberg und Andreas Germershausen über Überforderung und den Wunsch nach der weltoffenen Stadt

BERLINER ZEITUNG / MARKUS WÄCHTER
von
Julia Haak
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Politik

Vor einem Jahr hat eine spezielle Anlaufstelle für Menschen eröffnet, die aus dem Ausland neu in die Stadt kommen. Berlin hat diese Behörde Willkommenszentrum getauft. Mittlerweile erzielt die AfD mit der Ablehnung von Willkommensgesten allerdings Wahlerfolge. Was nun? Wir besuchen den Integrationsbeauftragten des Landes, Andreas Germershausen, und die Leiterin des Willkommenszentrums, Nele Allenberg, in ihren Räumen an der Potsdamer Straße.

Frau Allenberg, wie viele Leute waren denn heute schon da?

Allenberg: Heute ist Freitag, da haben wir zu. Unsere Öffnungszeiten sind Montag, Dienstag, Donnerstag. In der Woche beraten wir vor Ort ungefähr 80 Personen. Am Anfang waren es 22.

Herr Germershausen, bitte erklären Sie uns, wofür dieses Zentrum gegründet wurde?

Germershausen: Der Anlass war die wachsende Stadt. Berlin ist attraktiv, und es kommen Menschen in großer Zahl hierher. Unabhängig von der Flüchtlingszuwanderung hatten wir auch vorher schon einen Nettogewinn von 40 000 Menschen aus dem Ausland pro Jahr. Die meisten bleiben. Wir wollten also einen Ort schaffen, der eine erste Anlaufstelle und ein Orientierungszentrum sein kann. Man kann mit allen Anliegen zu uns kommen. Es kommen natürlich auch viele Flüchtlinge, aber wir sind für alle Migranten da.

Was lief denn vorher schief?

Germershausen: Wir haben seit…

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01.11.2017