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„In der Stadt benötigen wir kein privates Auto“

Christian Hochfeld leitet eine Denkfabrik, die die Mobilitätswende herbeiführen will. Der Verkehrsexperte erläutert, was dazu gehört

BERLINER ZEITUNG / PAULUS PONIZAK
von
Frank-Thomas Wenzel
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Wenn Christian Hochfeld aus seinem Bürofenster im Zentrum Berlins schaut, sieht er nicht nur die Museumsinsel, sondern auch Schiffe, Radfahrer und die S-Bahn, aber keine Autos. Das hat etwas Visionäres: Denn der Chef der Denkfabrik Agora Verkehrswende plädiert für einen radikalen Umbau der Städte, der den Autoverkehr erheblich beschränken soll. Daneben setzt er auf Elektromobilität, die durch schärfere Grenzwerte für Verbrennungsmotoren gefördert werden soll.

Herr Hochfeld, wann sind Sie zuletzt mit einem Elektroauto gefahren?

Bei einem Termin im bayerischen Wirtschaftsministerium wurde ich vor einigen Tagen mit dem Elektrofahrzeug des Ministeriums am Flughafen abgeholt - es war ein Fahrzeug eines bayerischen Herstellers. In dem Fall war ich zwar nur Beifahrer, ich habe aber auch schon häufig selbst hinterm Steuer eines E-Autos gesessen.

Aber Sie sind noch nicht soweit, sich privat ein Elektroauto zu kaufen?

Genau genommen bin ich nicht mehr so weit. Der Kauf eines Neuwagens ist nämlich für mich nicht mehr unbedingt eine Option. Ich baue darauf, dass Carsharing und der öffentliche Nahverkehr plus Fahrrad gerade hier in Berlin es möglich machen, auch als Familie kein eigenes Auto mehr zu brauchen. Für das Fahren in der Stadt benötigen wir definitiv kein privates Auto, also auch kein Elektroauto, zumal in dem Viertel in dem wir wohnen, die Lademöglichkeiten noch beschränkt sind.…

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23.12.2016