Lesezeit 9 Min
Wissen

Der lange Weg zur Erleuchtung

Viele Jahrtausende lang tappte der Mensch im Dunkeln. Er wusste nicht genau, woraus Lichtstrahlen bestehen, oder warum man überhaupt sehen kann. Lange brauchte er auch, um selbst genügend Licht erzeugen zu können. Die Vereinten Nationen haben diesem Phänomen ein ganzes Jahr gewidmet

Cuson/shutterstock.com
von
Torsten Harmsen
Lesezeit 9 Min
Wissen

Mit dem Licht macht der Mensch verrückte Dinge. Er erhellt damit nicht nur seine Städte, auf dass sie aus dem Weltraum wie strahlende Galaxien aussehen. Sondern er nutzt es auch, um Augen zu lasern, Tumore zu entfernen, dicke Metallplatten zu zerschneiden oder die Verschiebung von Kontinenten millimetergenau zu vermessen. Mit Licht jagt der Mensch Nachrichten und Filme rund um die Welt. Er produziert damit CDs und blickt Patienten tief in den Körper hinein.

Neueste Mikroskope erlauben sogar Einblicke in lebende Zellen. Erst im vergangenen Jahr hat der deutsche Physiker Stefan Hell dafür den Nobelpreis bekommen. Mediziner können heute bereits einzelne Nervenzellen im Gehirn lichtempfindlich machen und dann per Bestrahlung an- und abschalten, um Schizophrenie oder Depressionen zu behandeln. Licht wird eingefangen, um Strom zu gewinnen. All diese Entwicklungen will die Uno fördern, die das laufende Jahr 2015 zum "Internationalen Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien" erklärt hat. Dabei geht es jedoch um viel mehr als um Fortschritte in der Technik.

grafik_erleuchtung.png

Licht spielte eine zentrale Rolle bei der Menschwerdung, der Entwicklung von Kultur. Das sogenannte vernunftbegabte Wesen, das sich heute als großer Beherrscher des Lichts darstellt, tappte noch vor 200 Jahren in fast absoluter nächtlicher Dunkelheit.…

Jetzt weiterlesen für 0,46 €
02.05.2015