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Der den Herrn liebt und von ihm auserwählt ist

Der Neutestamentler Gerd Lüdemann ist einer der schärfsten Kritiker des traditionellen Verständnisses der biblischen Texte. Er weiß, wozu Glaube fähig ist

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von
Arno Widmann
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Am 5. Juli 1946 wurde Gerd Lüdemann in Visselhövede im Landkreis Rotenburg (Wümme) geboren. Von 1983 bis 1999 lehrte er Neues Testament an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Göttingen. 1998 veröffentlichte er "Der große Betrug. Und was Jesus wirklich sagte und tat". Er vertrat darin die Ansicht, dass allenfalls fünf Prozent der Jesus zugeschriebenen Worte wirklich von ihm sind. Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen intervenierte daraufhin beim Niedersächsischen Wissenschaftsministerium und forderte Lüdemanns Entlassung aus dem Staatsdienst, dann die aus der Fakultät. Am Ende bekam Lüdemann einen nicht konfessionsgebundenen Lehrstuhl für "Geschichte und Literatur des frühen Christentums". Lüdemann wollte Mitglied der evangelischen Fakultät bleiben und prozessierte gegen seinen Ausschluss. Am Ende lehnten sowohl das Bundesverwaltungsgericht als auch das Bundesverfassungsgericht seine Beschwerden ab. 2011 wurde Gerd Lüdemann emeritiert. Er war auch Visiting Scholar an der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee. Gerd Lüdemann ist verheiratet und hat vier erwachsene Töchter. Ich sprach mit ihm am Telefon.

Am 5. Juli werden Sie siebzig Jahre alt. Schauen Sie jetzt manchmal zurück?

Nein.

Sie schreiben an einem neuen Buch?

Ja. Ich betreue auch Dissertationen. Darunter auch die eines Amerikaners, der hoch interessante Thesen aufstellt. Ich bin…

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02.07.2016