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Politik

Der Chaos-Kandidat

Mit schlichten Sprüchen und Versprechungen begeistert Donald Trump seine Anhänger in den USA. Es ist nicht mehr auszuschließen, dass er die Republikaner im Kampf um die Präsidentschaft vertreten wird

Andrew Cline / Shutterstock.com
von
Damir Fras
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Politik

WASHINGTON. Es stehe nicht gut um Amerika, sagt der Kandidat. Gar nicht gut, um präzise zu sein. Das Land stehe sozusagen am Rande des Abgrunds, sagt er. Er werde das ändern. Wie genau, das sagt er nicht. Aber es hat irgendetwas mit dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko zu tun, mit der Abschiebung von Millionen illegaler Einwanderer, dem Einreiseverbot für Muslime in die USA, der Sperrung des Internets, dem Abwurf von Bomben auf Familienmitglieder von Dschihadisten und so weiter und so fort.

Der Kandidat wirkt wie die Figur in einer Groteske. Er steht an einem Rednerpult in der pseudo-barocken Kulisse des Casino-Hotels "The Venetian" im Illusionistenparadies Las Vegas und gibt tiefe Einblicke in eine Scheinwelt. Man könnte herzhaft lachen.

Doch die Inszenierung ist ernst gemeint. Es ist die live übertragene Fernsehdebatte der republikanischen Möchtegern-Präsidenten, die sich um die Nachfolge von Barack Obama bewerben. Auch den Kandidaten gibt es wirklich. Er heißt Donald Trump. Er ist 69 Jahre alt, hat ein Milliardenvermögen mit dem Bau von Hochhäusern und Golfplätzen angehäuft, war zwischenzeitlich der Moderator einer Reality-Show im Fernsehen. Demnächst will er ins Weiße Haus in Washington einziehen. Dass es gelingt, daran glaubt er fest. Denn er ist der Umfragekönig.

Er ist nicht zu packen

Trump dominiert das Schauspiel, das Millionen von Amerikanern im Fernsehen erleben. Er ist Dreh- und Angelpunkt der…

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17.12.2015