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Kultur

Bücher sind mehr als nur Text

Ulrich Johannes Schneider leitet seit 2006 die Universitätsbibliothek Leipzig. Ein Gespräch über die Bibliothek als öffentlicher Raum und digitales Speichermedium

ninocare / pixabay.com
von
Arno Widmann
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Die Universitätsbibliothek Leipzig wurde am 22. Juni vom Deutschen Bibliotheksverband zur Bibliothek des Jahres 2017 ernannt. Die Jury pries die Bibliothek für ihre gewaltigen Fortschritte in der Digitalisierung der Bestände, in der immer weiter betriebenen Zugänglichkeit für alle Besucher und ihre lokale, regionale und internationale Vernetzung. Direktor der Bibliothek ist seit 2006 Ulrich Johannes Schneider. Er wollte sich ansehen, wie heute Zeitung gemacht wird und besuchte mich darum in der Alten Jakobstraße 105. Als er die Großräume sah, in denen wir arbeiten und die kleinen Räume, in denen wir konferieren, lachte er und sagte: "Fast wie bei uns." Dann setzten wir uns zum Interview zusammen.

Wofür haben Sie den Preis bekommen?

Das ist eher eine Frage an die Jury. Aber wir haben uns diese Frage natürlich auch gestellt, schon als wir uns bewarben. Wir versuchen in der digitalen Welt die Nase vorn und den Kopf oben zu behalten. Wir tun viel für die Vernetzung der Bibliotheken und wir achten sehr darauf, dass wir unsere Bestände möglichst vielen Benutzern zugänglich machen. Die Universitätsbibliothek Leipzig gibt es seit 1543. Die im Zuge der Reformation aufgelösten Klosterbibliotheken bildeten den ersten Grundstock der neuen Bibliothek. Sie wuchs zuerst nur langsam. 1831 waren es nicht mehr als etwa 50 000 Bände. Heute sind es mehr als fünf Millionen.

Was macht die Universitätsbibliothek Leipzig besonders?…

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02.08.2017