Lesezeit 9 Min
Kultur

„Berlin hat eigentlich alles. Außer Stil“

Peter Lund über Image und Wirklichkeit seiner Lieblingsstadt, Entdeckungsfahrten mit der Vespa und die Rückkehr des Dialektes

linerpics / shutterstock.com
von
Abini Zöllner
Lesezeit 9 Min
Kultur

In der Tanzakademie in Wilmersdorf treffen wir Peter Lund, einen der erfolgreichsten deutschen Musicalautoren. Lund ist ein vitaler Geist: Keiner kann so viele Stücke aufweisen wie er, keiner hält so konsequent die Qualität hoch. Sein Markenzeichen ist gegenwärtiges Musiktheater mit Humor. Dabei schreibt er nicht nur Texte, sondern inszeniert auch; seine Stücke werden deutschlandweit und auch im Ausland aufgeführt. Zudem leitet er noch den Studiengang Musical/ Show an der Universität der Künste. Unlängst ist ein Studienjahr zu Ende gegangen, es waren Diplomprüfungen, sein Musical "Grimm" hatte vor nicht allzu langer Zeit Premiere, und das nächste Studienjahr steht schon bevor. Wir erwarten also einen erschöpften Professor. Doch da kommt er angebraust mit seiner Vespa, mit guter Laune und hellwachem Blick. Ja, er mache derzeit ein bisschen "Pause". Pause bedeutet für ihn jedoch: Dass er neben der Unterrichtsarbeit lediglich zwei Musicalaufführungen erarbeitet. Die Energie dieses Mannes ist ein Geschenk für diese Stadt. Ein Gespräch mit Peter Lund über das Lebensgefühl, die Unterhaltungskunst und Offenbarungen.

Ist denn alles wahr, was über Berlin erzählt wird? Oder ist Berlin ein Missverständnis? Wie wirkt die Stadt auf Sie?

Ich bin da total befangen. Ich bin Berlin-süchtig, Berlin-verliebt. Schon meine Eltern waren Berlin-Fans, mein Vater ein Preußen-Fan, meine Mutter ein Theater-Fan. Seit ich elf war, also seit 1976, sind wir…

Jetzt weiterlesen für 0,46 €
01.09.2015