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Kultur

„Alt werde ich in Friedrichshain sicher nicht“

Aber noch bleibt Kino-King Knut Elstermann im Osten der Stadt. Denn er liebt seinen Kiez und natürlich den Film

BERLINER ZEITUNG / PAULUS PONIZAK
von
Marcus Weingärtner
Lesezeit 8 Min
Kultur

Wir treffen uns in Knut Elstermann Lieblingscafé in Friedrichshain. Der Kinokritiker ist seit Stunden auf den Beinen, hat schon eine Sendung aufgezeichnet und ist trotzdem bester Laune. Im Interview spricht er über sein Heimatgefühl, natürlich die Liebe zum Film und den richtigen Zeitpunkt aufzuhören.

Herr Elstermann, sind Menschen aus Ost-Berlin verwurzelter in dieser Stadt als Leute, die aus dem Westen stammen?

Für meine Generation stimmt das auf jeden Fall, obwohl ich viele Ecken im Westen sehr liebgewonnen habe, Kreuzberg unter anderem, da fühle ich mich heimisch. Ich mag auch so schicke West-Berliner Inseln, das Literaturcafé in der Fasanenstraße beispielsweise. Aber es gibt so eine Zugehörigkeit und so ein Inselgefühl sicherlich auch anderswo. Wer aus Steglitz stammt, da geboren ist, fühlt sich dort sicherlich auch verwurzelt. Obwohl es natürlich nicht so schön ist wie Friedrichshain (lacht). Berlin hat einfach kein verbindliches Zentrum. In Berlin kann man überall daheim sein.

Sie leben in Friedrichshain. Gibt es dafür einen Grund?

Ich bin hier geboren und die Gegend hier um die Gabriel-Max-Straße ist mir sehr vertraut. Meine Kinder leben in der Nähe. Aufgewachsen bin ich allerdings in der Winsstraße in Prenzlauer Berg. Aber alt werde ich in Friedrichshain sicherlich nicht.

Wieso nicht?

Man braucht sich doch hier nur umzusehen.…

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22.09.2015