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Mit Wuttiraden und Hassattacken gegen den Rechtspopulismus: Ein Gespräch mit dem Autor und Regisseur Falk Richter über sein Stück „Verräter. Die letzten Tage“

BERLINER ZEITUNG / PAULUS PONIZAK
von
Ulrich Seidler
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Wird es wieder Ärger geben? "Verräter. Die letzten Tage" heißt das neue Stück von Falk Richter, das am Freitag im Gorki-Theater in Richters Regie uraufgeführt wird. Spätestens seit "Small Town Boy", das Richter in der ersten Spielzeit der Shermin-Langhoff-Intendanz herausbrachte, kommt es in seinen Stücken immer wieder zu inszenierten Wutausbrüchen und Hasstiraden, mit denen seine Figuren gegen den Rechtsruck der Gesellschaft, gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit anschreien. Bei seiner Schaubühnen-Produktion "Fear" (2015) fühlten sich Politikerinnen von der AfD und der CDU angegriffen, dass sie vor Gericht zogen - und verloren. Ab nächster Spielzeit ist Falk Richter Hausregisseur am Hamburger Schauspielhaus und wird dort die Uraufführung des Trump-Stücks "Auf dem Königsweg" inszenieren, geschrieben von Elfriede Jelinek, die es als eigentliche Erfinderin des ausufernden Wut-Monologs zur Literaturnobelpreisträgerin gebracht hat. Wir haben mit Falk Richter über Macht und Ohnmacht des Theaters angesichts des überall auf der Welt weiter erstarkenden Rechtspopulismus gesprochen.

Herr Richter, "Die letzten Tage" lautet der Untertitel Ihres neuen Stücks. Droht ein Weltuntergang?

Das können wir natürlich vorher nicht genau wissen. (Lacht bitter.) Durch Trump hat die nationale völkische Bewegung noch mehr Rückenwind bekommen. Frankreich, Ungarn, Polen, England, die Niederlande, Israel... In Deutschland ist es die AfD.…

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25.04.2017