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Gesellschaft

Statt Pension zurück ins Amt

Unterstützung bei den Asylanträgen

BS / LORA KÖSTLER-MESSAOUDI
von
Lora Köstler-Messaoudi
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Gesellschaft

Als Dr. Klaus Meyer-Teschendorf vergangenes Jahr in den Ruhestand ging, hatte er nicht geplant, schon bald wieder tagtäglich die Pforte des Bundesinnenministeriums (BMI) in Bonn zu passieren. Hier ist eins von vier Entscheidungszentren des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Anstatt wie andere in seiner Situation seine freie Zeit endlich für erholsame Dinge zu nutzen oder den Lebensabend einfach zu genießen, sitzt der ehemalige Ministerialrat nun in einem schlichten Büro mit grauen, kahlen Wänden und blättert intensiv in Akten. Der Grund: Der 66-Jährige möchte helfen. Als er sich beim BAMF bewarb, hatte die Behörde einen enormen Rückstand bei Asylanträgen abzuarbeiten und kaum ausreichend Personal dafür.

Es war während seines Urlaubes in Italien, als ihn ein Rundbrief des BMI erreichte, in dem er von der Not beim BAMF erfuhr. Er war sofort bereit zu helfen, hatte es sich anfangs aber etwas anders vorgestellt. Er hatte eher die Vorstellung einer Aufgabe unmittelbar im BMI. Mit seinen Erfahrungen wollte er bei der Gesetzgebung oder bei europäischen Verhandlungen in Brüssel helfen. Meyer-Teschendorf hat einen Doktortitel in Jura. Seine Promotion schrieb er über Streitfragen im Staatskirchenrecht. An der Universität in Bonn lehrte er als wissenschaftlicher Assistent Verfassungsrecht, bevor er ins BMI, dort zunächst in die Abteilung “Verfassungsrecht”, wechselte und später sogar in der “Verfassungskommission” der DDR…

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Nr. 8/2016