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Wirtschaft

Kaum Standards bei Lieferketten

Mangelnde Einheitlichkeit bietet Kriminellen zahlreiche Möglichkeiten

ALISA Mur / Shutterstock.com
von
Marco Feldmann
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Wirtschaft

Produktpiraterie verursacht jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Experten des Europäischen Patentamtes gingen in einer Studie bereits 2014 davon aus, dass durch diese Form der Kriminalität europaweit 4,7 Billionen Euro Umsatz und 77 Millionen Jobs gefährdet seien. Und das Problem dürfte seither keineswegs an Bedeutung verloren haben. Um hier zumindest etwas gegensteuern zu können, sind sichere Lieferketten von großer Bedeutung.

Hier gibt es aber noch viel zutun, wie unter anderem Thomas Franke vom “Forum Vernetzte Sicherheit” meint. Er kritisiert: “Bei Lieferketten gibt es bisher keine einheitlichen Standards. Damit sind sie etwas sehr Fragiles und ein großes Einfallstor für Täter aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität.” Zustimmung hierfür er-hält Franke vom ehemaligen Polizeidirektor Hans-Joachim Kensbock-Rieso. Er betont: “Auch Kriminelle nutzen Infrastrukturen und Lieferketten für ihre Zwecke aus.” So würden zum Beispiel beim Zigarettenschmuggel, bei dem es ein großes Dunkelfeld gebe und der erhebliche Steuerausfälle verursache, enorme Geldsummen generiert. Die Kosten, die die Schmuggler für den Transporteines Containers aufbringen müssten, lägen bei nur rund 60.000 Euro. Ihr Gewinn – sofern der Schmuggel gelinge – wiederum betrage pro Container etwa 1,8 Millionen Euro. Diese Mittel flössen dann zum Teil auch in die Terrorismusfinanzierung, warnt der frühere Polizeibeamte.

Oftmals Desinteresse festzustellen

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Nr. 1/2017