Lesezeit 9 Min
Politik

A hard day's night – aber wir packen es!

Nach dem Brexit: ein Gespräch mit Britanniens Botschafter Sir Sebastian Wood

BS/DOMBROWSKY
von
Gerd Lehmann
Lesezeit 9 Min
Politik

Im Brüsseler EU-Parlament ging es dereinst um Erleichterungen für die Beschäftigten in britischen Gaststätten und Hotels. Als der französische Abgeordnete fragte, wie viele das denn seien, wird ihm eine unglaublich hohe Zahl genannt. Der Franzose hierauf (extra) trocken: Ein Zehntel mögen es ja vielleicht sein, der Rest sind Leibwächter, die die Köche vor ihren Gästen schützen müssen. Nach dem Brexit ist, nicht nur dort, nun Schluss mit lustig. Dass ein bislang hoch vernünftiges Volk, nach 44 Jahren, in einem Anfall von Irrationalität in der Tat ein paar populistischen Politgauklern folgt – damit hat im Ernst niemand zwischen Nordkap und Mittelmeer, Lissabon und Warschau gerechnet.

Was ist los mit unseren Vettern? Einer großen Handelsnation zu Lande und zu Wasser, die Kolonial- und mit den Beatles, Stones, Adele, Monty Python oder Harry Potter Pop-und Kulturgeschichte schreibt? Though this be madness...? Was, wenn es weder Tollheit noch Aberwitz ist – sondern “faul”, wie in” Something is rotten in Danmark?” By the way, die bilateralen Beziehungen mit uns sind glücklicherweise wie ehedem: eng, freundschaftlich und vertrauensvoll.

Weniger Revolutionen und Bürgerkriege

Das bestätigt Britanniens Frontmann Sir Sebastian Wood, seit September 2015 Botschafter ihrer Majestät in Deutschland. Der 55-Jährige ist über 30 Jahre für das Foreign Office am Londoner St. James Park tätig und weiß daher, die Dinge…

Jetzt weiterlesen für 0,45 €
Nr. 1/2017