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Politik

An den Grenzen der Nachhaltigkeit

Wenn der Kommunalwald verwildern muss – wie viel Natur tut gut?

BS / paulschulze.photo, cc by 2.0, flickr.com
von
Julian Einhaus
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Politik

Nun soll es auch der Wald werden: integrativ. Wenn es nach der “Nationalen Biodiversitätsstrategie” der Bundesregierung geht, entstehen künftig in der Mitte der Gesellschaft Inseln unberührter Natur. Das ist wörtlich zu nehmen, denn betreten darf diese grünen Flecken niemand mehr. Der Bund stellt dafür erst einmal eigene Flächen zur (BMUB) Verfügung, danach sind aber Länder und Kommunen am Zuge, zumindest wenn es nach dem Bundesumweltministerium und den Umweltverbänden geht. Das könnte vielerorts nicht nur den forstwirtschaftlichen Betrieb einschränken, sondern auch zu finanziellen Einbußen in der Kommunal- sowie in der Privatwirtschaft führen.

Die Biodiversitätsstrategie sieht vor, dass bis 2020 auf mindestens zwei Prozent der deutschen Landesfläche Totalreservate entwickelt, fünf Prozent der Waldfläche dauerhaft aus der forstlichen Nutzung genommen und natürliche Entwicklung auf zehn Prozent der Waldfläche der öffentlichen Hand zugelassen werden sollen. Das alles bis 2020.

Laut einer bislang unveröffentlichten Liste des Bundesamts für Naturschutz (BfN) stehen deutschlandweit 337 große Waldgebiete im Umfang von 700.000 Hektar potenziell vor der Verwilderung. Eine Fläche fast dreimal so groß wie das Saarland. Zwar halte die Behörde geheim, um welche Flächen es sich handelt, wenn es aber dazu komme, müssten sich Bürger, Waldbesitzer und Kommunen auf gravierende Veränderungen einstellen, erklärt Winfried Manns, Vorsitzender des…

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Nr. 7/2016